Handys als eierlegende Wollmilchsau

Ich kann mich noch gut an mein erstes Handy erinnern, ein Philips Savvy war es. Damals, anno 1999 konnte man mit den meisten Handys zwei Sachen machen: Telefonieren und Kurznachrichten verschicken. Das Philips hatte noch eine Tageshoroskopfunktion. Schnell Alter und Geschlecht angegeben und das Mobiltelefon hat mir mitgeteilt, wie es heute um Gesundheit, Freunde und die Liebe bestellt ist. Gerade bei letzterem Ergebnis klafften allerdings gewaltige Lücken zwischen Ergebnis und Realität.

Heutzutage lässt sich mit diesen Funktionen kein Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken.  Und auch das Display der damaligen Handys ist nicht mehr zeitgemäß, da hat eine Tamagotchi eine besser aufgelöstes Bild. Doch die Entwicklung ist glücklicherweise nicht stehengeblieben und die aktuellen Geräte können sehr viel mehr, als nur Anrufe weiterzuleiten oder Kurznachrichten zu versenden.

Handys sind inzwischen Multifunktionsgerätete geworden, angefangen hat es mit der Handykamera, die einem schnelle Schnappschüsse für zwischendurch ermöglichen sollte und die in den meisten Smartphones schon 5 Megapixel aufzuweisen hat.t. Handyspiele gab es schon früh, doch waren es am Anfang vor allem die Handyhersteller, die kleine Spiele programmierten, hat sich inzwischen eine richtige Industrie an Entwicklern für Handyspiele entwickelt.

Betriebssysteme wie das iPhone OS oder die Android Plattform ermöglichen zudem die Entwicklung von unendlichen Zusatzprogrammen, die aus unseren Handys nie für möglich gehaltene Funktionen herauskitzelt. Nokia gibt z. B. kostenlos seine Ovi Maps an Nutzer heraus, man kann mit seinem Handy weltweit Fußgänger- und Autonavigation nutzen, ohne ein Zusatzgerät.

Dass die Ideen der Entwickler manchmal zu weit gehen, zeigt allerdings das LG Handy  mit eingebauter DVB-T Antenne. Zum einen war der Akku beim Fernsehen recht schnell leer, zum anderen verlor die Antenne beim Laufen oft das Signal. Aber da arbeiten die Entwickler bestimmt schon an einer Lösung.

Tags: , ,