Umso höher die Megapixelanzahl einer Kompaktkamera ist, desto besser lässt Sie sich verkaufen. Kunden lassen sich häufig von hohen Pixelwerten blenden, weil sie fälschlicherweise eine hohe Qualität dahinter vermuten. Viele wissen nicht, dass die Bildschärfe von Kompaktkameras unter einer hohen Pixelanzahl leiden kann.
Eine hohe einstellige Pixelzahl reicht aus
Die meisten Kunden vermuten hinter einer höheren Pixelanzahl eine hochwertigere Kamera. Bei Spiegelreflexkameras ist dies auch tatsächlich der Fall. Denn sie verfügen über einen großen Bildsensor, der die Megapixel voll verarbeiten kann. Bei Kompaktkameras sieht es jedoch anders aus. Wie auch ein Stiftung Warentest beweist, steht hinter einer hohen Pixelanzahl nicht unbedingt eine höhere Qualität. Denn der Bildsensor von kompakten Digitalkameras ist für eine zweistellige Pixelanzahl zu klein bemessen. Dadurch kommt es beispielsweise bei dunklen Bildern zu einem deutlichen Bildrauschen. Zwar bieten die Kameras zu diesem Zweck einen Entrauschungsalgorithmus, aber die Schärfe des Bildes leidet darunter. Eine Pixelanzahl im hohen einstelligen Bereich reicht völlig aus.
Mehr Qualität zum kleineren Preis
In den letzten Jahren hat sich bei den Kompaktkameras leider der Trend durchgesetzt, dass es immer mehr Megapixel sein müssen. Da viele Kunden fälschlicherweise hinter einer höheren Pixelanzahl eine hochwertigere Kamera vermuten, sind sie bereit, für solch eine Kamera mehr Geld auszugeben. Ein Preisvergleich für Digitalkameras zeigt deutlich, dass Kameras mit hoher Pixelzahl teurer sind. Dabei ist eine hohe einstellige Pixelanzahl vollkommen ausreichend. Beim Kauf solch einer Digitalkamera sparen Sie und erhalten trotzdem mehr Qualität. Diese Preispolitik lässt sich bei allen Herstellern feststellen. So gibt es Nikon Digitalkameras mit 16 Megapixeln erst ab 190 Euro, während Kompaktkameras von Nikon mit 8 Megapixel bereits ab 50 Euro zu haben sind.
Worauf Sie beim Kauf einer Digitalkamera achten sollten
Eine hochwertige Kamera zeichnet sich unter anderem durch einen möglichst weiten Zoombereich aus. Doch wie die Pixelanzahl kann auch der Zoom eine Werbefalle darstellen. Denn Zoom ist nicht gleich Zoom. Bei Kameras wird zwischen optischen und digitalen Zoom unterschieden. Der optische Zoombereich wird anhand der Brennweitenverschiebung des Linsensystems errechnet, wie bei analogen Kameras. Deshalb wird die Brennweite auch immer in Millimetern angegeben. Ein digitaler Zoom kann mit einer Lupe verglichen werden, die einen Bildausschnitt vergrößert. Darunter leidet die Qualität, denn die Bilder werden immer pixeliger. Sie sollten sich bei Ihrer Kaufentscheidung von einem hohen digitalen Zoombereich also nicht blenden lassen.
Bild: Pierre Bauduin CC-BY-SA 3.0
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